Sinomach

    Sinomach: Ein Staatskonzern mit mehr als 100.000 Mitarbeitern

    Sinomach kontrolliert mehr als 50 Unternehmen
    China National Machinery Industry Corporation, kurz Sinomach, wurde 1997 als Staatsunternehmen gegründet. Das Unternehmen besteht heute aus 50 Unternehmen, die zum Teil vollständig im Besitz von Sinomach sind und zum Teil aus Mehrheitsbeteiligungen bestehen. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Sinomach zu einer Zeit gegründet wurde, in der die Zentralregierung Unternehmen der Schlüsselindustrien bündelte. Heute gehört Sinomach mit mehr als 100.000 Mitarbeitern zu den Fortune Global 500 Unternehmen und steht vollständig unter staatlicher Aufsicht.

    Die 50 Gesellschaften von Sinomach sind in den unterschiedlichsten Branchen mit den unterschiedlichsten Produkten am Markt. Der Fokus liegt dabei dennoch auf der Entwicklung und Produktion von Maschinen und Maschinenzubehörteilen, der Auftragsfertigung sowie Service und Handel. Nichtsdestotrotz verfügt Sinomach über spezialisierte Erfahrung im Bereich der Landwirtschaftsmaschinen (Marktführer in China), Baumaschinen, Umweltschutztechnologien, Schwerlastmaschinen und Werkzeugmaschinen. Ebenso beliefert das Unternehmen Schiffskunden, baut Kraftwerke und Minen sowie Telekommunikationseinrichtungen und Zementwerke. Sinomach liefert seine Produkte an Kunden aus über 170 Ländern.

    "Bottom Up"-Internationalisierungsstrategie

    Unternehmen des Sinomach-Konzerns sind dabei weltweit aktiv. Die Mehrheit der Aktivitäten finden vor allem in weniger entwickelten Ländern wie Afrika, Südamerika, Osteuropa und Südostasien statt. Diese „Bottom-Up“-Strategie verfolgt den Ansatz zunächst Erfahrung zu sammeln, bevor das Unternehmen in entwickelte Märkte eintritt. Dabei wächst das Unternehmen nahezu ausschließlich organisch. Die heute relativ komplizierte Unternehmensorganisation ist bedingt durch die von der Regierung unterstützten Bündelung chinesischer Unternehmen im Sinomach-Konzern.

    Lediglich eine Akquisition im Bereich der Landwirtschaftsmaschinen erfolgte 2011 als die YTO Group, ein Tochterunternehmen von Sinomach, das französische McCormick-Werk übernimmt. YTO ist Marktführer für High-End-Traktoren auf dem chinesischen Markt und verfolgte mit der Übernahme und der Integration das Ziel, zum einen eine neue Getriebetechnologie, zum anderen die Möglichkeit Restriktionen des europäischen Marktes zu umgehen und so Produktmärkte in Europa zu erschließen. Diese Übernahme gilt als erste Übernahme eines Landwirtschaftsmaschinenbauers durch ein chinesisches Unternehmen.

    Ende des Jahres 2012 wurde dann bekannt, dass Sinomach maßgebliches Interesse am deutschen Maschinenbauer MAG hat.

    Sinomach an internationalem Netz von Produktion- und Technologielösungen interessiert

    Die MAG-Gruppe ist ein Zusammenschluss von Anbietern individueller Produktion- und Technologielösungen mit Standorten auf der ganzen Welt. Im Jahr 2005 entstand aus deutschen und amerikanischen Traditionsunternehmen wie Boehringer, Honsberger, Cross Hüller, Hüller Hille, Modul, FMS, Hessapp, Ex-Cell und Witzig&Frank ein global erfolgreich aufgestellter Konzern. Die MAG-Gruppe fokussiert sich heute auf die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, die Schwerindustrie, Energie- und Förderanlagen, den Schienenverkehr, den Maschinenbau, die Luft- und Raumfahrt sowie Windkraftanlagen. Die Produkte umfassen dabei Werkzeugsysteme, Fertigungssysteme und Dienstleistungen im Bereich Dreh-, Fräs-, Hon- und Verzahntechnologie sowie Systemlösungen, Verbundwerkstoffverarbeitung und Automations- und Steuerungstechnik. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 3.500 Mitarbeiter und setzte 2011 fast eine Milliarde Euro um – davon etwas mehr als die Hälfte in Europa.

    Nachdem die am Unternehmen beteiligten Banken (darunter Commerzbank und Deutsche Bank) das Vertrauen in den Eigentümer Mo Meidar verloren hatten, wurden dessen Anteile in ein Treuhandmodell überführt. Seitdem ist MAG auf der Suche nach einem geeigneten Eigentümer. Zum Verkauf stand sowohl das US-Geschäft mit Fokus auf die Luftfahrtindustrie als auch das Europageschäft mit Fokus Automotive. Sinomach gab für beide Sparten eine Angebot ab. Doch gegen Ende der Verhandlungen erwiesen sich die Gespräche als schwierig. Zwischenzeitlich boten weitere Unternehmen mit, beispielsweise der japanische Baumaschinengigant Komatsu.

    Verkaufsberichte wurden nie offiziell bestätigt.
    Im Januar 2013 wurde gemeldet, dass die MAG-Gruppe an zwei Käufer geht. Zum einen übernimmt die französische Fives, einen Anlagenbauer aus Paris, das Aerospace- und Großmaschinengeschäft aus den USA sowie Forest Liné, einen Hersteller von Maschinen zu Composite-Verarbeitung. Zum anderen soll Sinomach die europäischen Standorte der MAG-Gruppe und das Automotive-Geschäft aus den USA und Indien übernehmen.

    Erst im März 2013 bestätigte die MAG der Verkauf von Forest Liné und des Amerikageschäfts an den französischen Anlagenbauer. Ausgenommen von diesem Deal waren allerdings das US-Automotivgeschäft und die indischen Niederlassungen. Ein Verkauf dieser Geschäftseinheiten an Sinomach wurde bisher nicht bestätigt. Das verbleiben des Amerikanischen Automobilgeschäfts und der indischen Gesellschaft begründete MAG mit dem Wunsch die globale Automotivestruktur unter der Marke MAG sicherstellen zu wollen.

    Ob und wie weitere Verhandlungen zwischen MAG und dem Sinomach-Konzern geführt werden ist nicht bekannt.

    Hohe Innovationsfähigkeit durch Internationalisierung von F&E

    Sinomach gehört nicht nur zu den 500 größten Unternehmen der Welt und zu den erfolgreichsten Maschinenbauern Chinas, sondern verfügt zudem über eine außerordentliche Innovationsfähigkeit. Das Unternehmen betreibt mehr als 25 Forschungs- und Entwicklungszentren und hält eigenen Angaben zu Folge mehr als 1.500 Patente. In den nächsten Jahren sollen die F&E-Aktivitäten des chinesischen Staatskonzerns zudem weiter internationalisiert werden. So ist neben einem Forschungszentrum in Frankreich auch eines in Osteuropa geplant. Im Oktober 2011 fanden Gespräche über die Errichtung eines Design-Zentrums in Weißrussland statt.

    Quellen

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