Shenyang Machine Tool Group: Nummer drei in der Welt und erfolgreiche Übernahme in Deutschland

    1995 wurde die heutige Shenyang Machine Tool Group (SYMG) unter dem Namen Shenyang Machine Tool Corporation gegründet. Das Unternehmen gehört dem chinesichen Staat und ist im Bereich (CNC-) Fräs- und Drehmaschinen unterwegs. Dabei unterteilt sich die Produktpalette in CNC-Werkzeugmaschinen und konventionelle Werkzeugmaschinen. Die über 300 Produkte werden von 18.000 Mitarbeitern vor allem für die Automobilindustrie, Luftfahrtindustrie in der Rüstungsindustrie produziert.

    In fünf Jahren zur Nummer drei der Welt

    Der SYMG gelang in den letzten Jahren ein unglaubliches Wachstum; damit sicherte sich der Staatsbetrieb Platz drei der größten Werkzeugmaschinenhersteller der Welt – der Umsatz betrug 2011 circa EUR 1,4 Mrd. Der chinesische Fünf-Jahresplan hatte dem Unternehmen schon immer eine führende Position unter den chinesischen Werkzeugmaschinenherstellern eingebracht. Aber vor allem das ständige Wachstum des chinesischen Markts seit der Jahrtausendwende und die Tatsache, dass der chinesische Markt der weltweite größte Werkzeugmaschinenmarkt ist ermöglichte eine solche Aufholjagd auf die Weltmarktführer. Hinzu kommt, dass die Werkzeugmaschinenproduktion für den Nordosten Chinas eine wichtige strategische Industrie darstellt, die von der Unterstützung der chinesischen Regierung profitierte.

    Frühe internationale Öffnung als Wachstumsfaktor

    Im Gegensatz zu anderen chinesischen Unternehmen verstand man es außerdem sehr schnell die eigenen Mitarbeiter aus- und weiterzubilden und dabei auch internationales Know-How zu nutzen. So schickt das Unternehmen seit 1997 regelmäßig chinesische Ingenieure nach Deutschland um sie dort ausbilden zu lassen.

    Ähnlich wie die Dalian Machine Tool Group (DMTG), die durch internationale Partnerschaften und Akquisitionen an ausländische Technologien gelangt, profitierte auch die SYMG schon früh von internationalem Know-How und gilt daher neben der DMTG zukünftig zu den gefährlichsten Wettbewerbern auf dem europäischen Markt.

    Erfolgreiche Übernahmen und Zusammenarbeit mit deutschem Traditionsunternehmen

    Im Jahr 2004 beteiligte sich die Shenyang Machine Tool Group beim deutschen Werkzeugmaschinenbauer Schiess aus Aschersleben. Das Unternehmen Schiess, 1857 gegründet, gehört zur Zeit der DDR dem Staat. Nach der Wende wurde es privatisiert, doch die Investoren statteten das Unternehmen nicht mit ausreichend Kapital aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es folgten ein Konkurs und drei Übernahmen. Bei jeder Übernahme wurden Arbeitsplätze abgebaut und Know-How floss ab.
    Der Tiefpunkt war im Jahr 2004 erreicht als die Firma erneut insolvent war. Nur noch 250 der ursprünglich 2.500 Mitarbeiter waren angestellt und der Markenname Schiess geriet in Gefahr. Zu diesem Zeitpunkt kaufte die SYMG das deutsche Unternehmen und investierte kräftig, um das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Insgesamt wurden EUR 50 Mio. investiert. Die Mitarbeiterzahlen stiegen wieder von 250 auf 400, wobei nahezu ausschließlich deutsche Staatsbürger angestellt wurden. Der Umsatz verdreifachte sich bis 2011 auf EUR 50 Mio. Den Gewinn reinvestiert das chinesische Unternehmen zu 100 Prozent in die deutsche Tochter.

    Das deutsche Unternehmen sowie der Standort Deutschland werden massiv ausgebaut

    Die Schiess-Übernahme durch die SYMG gilt als positives Beispiel. Das liegt vor allem daran, dass die beiden Unternehmen hervorragend zusammen passen und keine konkurrierenden Produkte auf dem Markt haben. Während SYMG die Entwicklung und Produktion von Serienmaschinen in China vorantreibt, konzentriert sich Schiess weiterhin auf die Entwicklung von großen Werkzeugmaschinen, wobei einzelne Komponenten günstiger aus China bezogen werden. Vor allem aber die Offenheit, den deutschen Standort als weltweites Entwicklungszentrum zu erhalten gilt als großer Vorteil.

    Im November 2011 kündigte Shenyang Machine Tool an, seine Europazentrale in Berlin einrichten zu wollen. Ziel ist es die Vertriebs- und Einkaufssparten zu bündeln, die bisher aus Frankfurt am Main und Aschersleben gesteuert wurden. Zudem soll ein besserer Zugang zu Hochschulen und Ingenieursabsolventen geschaffen, sowie mögliche Joint Ventures mit Zulieferern vorbereitet werden.

    Quellen

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