Huawei: Ein chinesischer Gigant betritt deutsches Terrain

    Der Börsengang - ein Vertrauensbeweis?

    Steigende Transparenz soll zu weiteren Großaufträgen im Westen führen.
    Huawei wurde 1987 in Shenzhen von Ren Zhengfei gegründet und ist heute einer der größten und innovativsten Kommunikationsausrüster der Welt. Das Unternehmen beschäftigt derzeit über 140.000 Mitarbeiter in 140 über die Welt verteilten Niederlassungen. Huawei generierte im Jahr 2011 einen Umsatz von rund EUR 24,9 Mrd., wobei etwa zwei Drittel davon im Ausland erbracht wurden. Das Unternehmen befindet sich derzeit in privater Hand (Ren, Gründer und CEO hält noch 1,4%, der Rest gehört den Mitarbeitern des Unternehmens). Um aufkommenden Sicherheitsbedenken entgegen zu wirken, arbeitet der chinesische Telekommunikations-Ausrüster derzeit jedoch an steigender Transparenz. Verhandlungen für einen Börsengang sind offenbar schon in vollem Gange.

    Das erste chinesische Unternehmen mit einem Hauptstadtbüro in Deutschland

    Weltweit nutzen mittlerweile 45 der 50 größten Netzbetreiber Produkte von Huawei.
    Organisatorisch gliedert sich das Unternehmen in drei Geschäftsbereiche: Telecom Networks (generiert 66% des Gesamtumsatzes), Global Services (17,4%) und Devices (16,6%). Die größten Investitionen fließen derzeit in Cloud- und Datenübertragungstechnologien.

    Mit hoch qualitativen, vergleichsweise günstigen Produkten begann sich Huawei Ende der 90er Jahre international zu etablieren. Die niedrigen Preise wurden über die Produktion von Großserien sowie die niedrigen Lohnkosten in China realisiert. Seit das Unternehmen im Jahr 2000 den europäischen Markt betrat, werden hier rund 5800 Mitarbeiter, davon allein 1500 in Deutschland beschäftigt. Die Europazentrale ist in Düsseldorf mit weiteren Büros in München, Bonn, Eschborn und Berlin (seit August 2011; somit das erste chinesische Unternehmen mit einem Hauptstadtbüro in Deutschland). In Europa zählen Telefonica, Telecom Italia, France Telecom/Orange (FT), Vodafone und die Deutsche Telekom zu den Kunden.

    Bei seiner Wachstumsstrategie setzte Huawei bislang auf Joint Ventures und Kooperationen, unter anderen mit Motorola, Symantec, Siemens und der deutschen Telekom. Versuche von größeren Akquisitionen scheiterten bisher, meist bedingt durch politische Gegenwehr aufgrund angeblicher Beziehungen Huaweis zum chinesischen Militär.

    Vom Dienstleister zum Innovator

    Um die Erfolgsgeschichte fortzusetzen, investiert Huawei jährlich 11,2% seines Umsatzes (EUR 2,8 Mrd. in 2011) in F&E. Die F&E-Abteilungen mit 51.000 Mitarbeitern stellen 46% der gesamten Belegschaft und sind in F&E-Zentren über die ganze Welt verteilt.

    Aufgrund der umfangreichen F&E-Investitionen stiegen seit 2000 die Patentanmeldungen von Huawei rasant an, wie in der folgenden Abbildung zu sehen ist. Dabei fällt insbesondere der rapide Anstieg zwischen den Jahren 1999 und 2006 auf. In diesem Zeitraum haben sich die Patentanmeldungen jährlich etwa verdoppelt. Im Jahr 2007 gingen die Anmeldungen deutlich zurück. Anzunehmen ist daher, dass sich die Anzahl der angemeldeten Patente (engl. patent) und Gebrauchsmuster (engl. utility model) auf dem Niveau von 2007 einpendeln wird. Ende 2010 hatte das Unternehmen eigenen Angaben zu Folge schon insgesamt mehr als 49.000 Patente angemeldet, etwa 17.000 davon außerhalb Chinas. Außerdem ist die Aufteilung zwischen Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen signifikant, da das Unternehmen fast ausschließlich Patente anmeldete.



    Huawei hofft auf weitere Großaufträge im Westen

    Betrachtet man die geographische Verteilung der Anmeldungen zeigt sich deutlich, dass neben der absoluten Anzahl der angemeldeten Schutzrechte auch der Anteil der Schutzrechte, die außerhalb Chinas angemeldet wurden, stark anstieg. Über 35% der Schutzrechte, die Huawei zwischen 2003 und 2007 anmeldete gelten außerhalb Chinas (in den Jahren 1998-2002 waren es nur etwa 20%). Dabei setzte Huawei vor allem auf die Anmeldung von Schutzrechten in Europa (~30% in Deutschland) und den USA. Die meisten Schutzrechte, insgesamt über 1.000 an der Zahl, meldete Huawei allerdings gleichzeitig für mehrere Länder weltweit an. Nach China und den USA ergibt sich somit Deutschland als einer der drei attraktivsten Investitionsstandorte für Huawei.



    Quellen

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