HMCT: Marktführer in China sichert sich Zutritt zum europäischen Markt

    Ein weiteres chinesisches Staatsunternehmen, das auf deutsches Know-how setzt

    Die Marktsicherung in Europa galt als primäres Ziel der Übernahme.
    Die Harbin Measuring & Cutting Tool Group (HMCT) wurde in den 1950er Jahren gegründet. Als Staatsunternehmen spielte HMCT eine bedeutende Rolle in Chinas erstem Fünf-Jahres-Plan, bei dem es als einziges Unternehmen Mess- und Schneidewerkzeuge für die 156 Schlüsselprojekte bereitstellte. Neben der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens ist dies ein wichtiger Grund dafür, dass HMCT heute eine Führungsposition unter den Werkzeugproduzenten Chinas einnimmt. Derzeit beschäftigt das Unternehmen etwa 3600 Mitarbeiter im Norden Chinas.  

    Das Produktportfolio umfasst neben (Präzisions-) Mess- und Schneidewerkzeugen auch NC und CNC Maschinen. Insgesamt beläuft sich das Produktionsvolumen auf über 30 Millionen Stück pro Jahr. Dafür unterhält HMCT Anlagen im Wert von 86 Millionen Euro auf einem Grundstück von etwa 180.000 Quadratmetern.

    Zwecks Marktsicherung entschied sich HMCT zur Übernahme der Kelch GmbH
    Hier betreibt HMCT auch eine Reihe von Forschungseinrichtungen, was wiederum die große Bedeutung von Innovation und Forschung für das Unternehmen unterstreicht. Zusätzlich arbeitet man hier auch mit Universitäten zusammen, um neue, fortschrittliche Produkte zu entwickeln und die Technologieführerschaft weiter auszubauen. Um sich international stärker zu etablieren, aber auch zwecks der Marktsicherung in Europa, entschied sich Wei Hua-Liang, Chairman der Harbin Measuring & Cutting Tool Group zur Übernahme der deutschen Kelch GmbH. Die im schwäbischen Schorndorf ansässige Kelch GmbH (jetzt Kelch & Links GmbH) ist spezialisiert auf Einstellgeräte und Präzisionswerkzeuge und auf diesen Bereichen führend in Europa.

    Der frühere Geschäftsführer Matthias Kelch sah die Kooperation als Chance, die marode Firma zu sanieren und in den boomenden asiatischen Markt einzusteigen.

    Investition in Investition - ein klarer Trend lässt sich erkennen

    Die folgende Grafik beschreibt die Verteilung der Schutzrechtsanmeldungen nach Jahren. Erwähnenswert ist hier zunächst der starke Fokus auf Gebrauchsmuster. Über die letzten 10 Jahre hinweg wurde kaum Gebrauch von den kostenintensiveren Patenten gemacht. Bis auf die Jahre 2003-2005 bietet sich ein relativ homogenes Bild dar. Der allgemeine Trend scheint sich am Mittelwert (etwa 14 Anmeldungen pro Jahr) zu orientieren. Verzerrt wird dieses Bild lediglich durch die immensen, sprunghaften Anstiege 2003 und 2004 sowie den starken Rückgang von 51% im Jahr 2005.



    Die deutsche Kelch GmbH bestimmt bereits knapp 13% aller Schutzrechtsanmeldungen

    Betrachtet man die nachfolgende Grafik, lassen sich die Schutzrechtsanmeldungen der deutschen Kelch GmbH relativ schnell von denen der chinesischen HMCT trennen. Beide meldeten jeweils nur in ihrem Heimatland Schutzrechte an. Mit der Übernahme der Kelch GmbH und Umfirmierung zur Kelch & Links GmbH sicherte sich HMCT nicht nur das hochwertige Know-how der deutschen Maschinenbauer; auch der Zutritt zum europäischen Markt wurde hiermit abgesichert. Analysiert man die Grafik ein wenig genauer, bemerkt man eine auffällige Symmetrie zwischen den beiden Diagrammen. Besonders ins Auge fällt dabei die Periode 2004-06. Hier wurden sowohl in Deutschland als auch in China die meisten Schutzrechte zur Anmeldung gebracht.



    Quellen

    Sorry, you can not to browse this website.

    Because you are using an outdated version of MS Internet Explorer. For a better experience using websites, please upgrade to a modern web browser.

    Mozilla Firefox Microsoft Internet Explorer Apple Safari Google Chrome