China investiert - Studienresultate

Ergebnisse

Gerüchte oder Fakten - Wie steht es wirklich um die große Wirtschaftsmacht?

Die Ziele der Übernahmen und Beteiligungen, die von chinesischen Unternehmen in Deutschland durchgeführt wurden, sind nach den Ergebnissen der Studie "China investiert" über alle untersuchten Branchen hinweg sehr ähnlich und lassen sich im Kern in vier Punkten zusammenfassen:

Auf der Suche nach Zugang zu deutscher Hochtechnologie

Chinesische Unternehmen sind massiv auf der Suche nach Zugang zu Hochtechnologie und daher sehr interessiert am Know-how deutscher Technologie- und Marktführer. Dabei handelt es sich zumeist um Unternehmen aus den von der chinesischen Regierung definierten Schlüsseltechnologien. Hier lässt sich zwischen zwei Vorgehensweisen unterscheiden: Entweder kommt es zu einem reinen Technologieabfluss in die Volksrepublik, dieses Vorgehen sind aber in nur wenigen der von der Studie "China investiert" untersuchten Übernahmen zu finden. Vielmehr kommt es zunächst zwar zu einem Wissenstransfer zwischen chinesischem Käufer und deutschem Übernahmeunternehmen, es wird aber vielmehr auf eine produktive und innovative Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung Wert gelegt. In den meisten der erfolgreichen Fälle verbleibt das deutsche Management zum Großteil im Unternehmen.

Sicherung der eigenen Marktposition auf dem chinesischen, deutschen und europäischen Markt

Mit der Übernahme oder Beteiligung an deutschen Technologie- und Marktführern verfolgen chinesische Unternehmen die Sicherung der eigenen Marktposition auf dem chinesischen Markt und/oder den Ausbau der Marktposition auf dem deutschen und europäischen Markt. Die eigene Marktposition auf dem chinesischen Markt lässt sich dabei entweder durch den Zukauf von im eigenen Produktportfolio fehlenden Technologiefeldern erreichen oder durch die "Eliminierung" des direkten Wettbewerbers auf dem chinesischen Markt. Der Ausbau der Marktposition in Deutschland und Europa wird erreicht durch den Ausbau von F&E-Kapazitäten am Technologiestandort Deutschland, durch den Ausbau von Vertriebsstandorten und die Erweiterung des eigenen Kunden- und Logistiknetzes.

Erweiterung des eigenen Produktportfolios

Die Erweiterung des eigenen Produktportfolios sowie die vertikale Integration in der Wertschöpfungskette ist ein weiteres häufig beobachtbares Motiv chinesischer Unternehmen. Um das eigenen Produktportfolio anorganisch zu entwickeln und sich damit sowohl gegen die teilweise starke chinesische Konkurrenz, aber auch den internationalen Wettbewerb zu positionieren, werden deutsche Technologie- und Marktführer in das chinesische Produktportfolio integriert. Zudem kann ein Zukauf auch aus wertschöpferischer Sicht begründet sein. Zur Erhöhung der vertikalen Integration über die Wertschöpfungskette werden vor- oder nachgelagerte Entwicklungs- und Produktionsstufen zugekauft.

Errichtung strategischer Brückenköpfe in Europa

Einige chinesischen Unternehmen fokussieren sich mit dem Engagement in einem deutschen Unternehmen auf die Errichtung eines strategischen Brückenkopfes in Europa. Dabei geht es zunächst nicht um den massiven Transfer von geistigem Eigentum oder den umfangreichen Ausbau des Europageschäfts, sondern vielmehr um die Möglichkeit den europäischen und auch den US-amerikanischen Markt zu beobachten und zu verstehen. Entweder die Unternehmen nutzen die Standorte, um dem eigenen chinesischen Management und zum Teil den Mitarbeitern Europaerfahrung zu ermöglichen oder es wird versucht durch deutsche Standorte Zoll- und Einfuhrbestimmungen in die Europäische Union zu umgehen.

Des einen Freud, des andern Leid - die Einflüsse der europäischen Wirtschafts-/Finanzkrise

Zu betonen bleibt branchenübergreifend die Beobachtung, dass bei den von der Studie "China investiert" untersuchten Übernahmen oder Beteiligungen, ein Großteil durch die Wirtschafts- und Finanzkrise erleichtert wurden. Zwar ist zu vermuten, dass viele der getätigten Übernahmen auch ohne die Krise in Europa und den USA durchgeführt worden wären, dennoch sorgten die finanzielle Schwierigkeiten oftmals dafür, dass der Übernahmepreis aus chinesischer Sicht sehr gut war und viele deutsche Mittelständler aufgrund mangelnder Alternativen keine optimale Verhandlungsposition hatten.

Dabei stellt eine Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen nicht per se eine Gefahr da. Zwar kam es in nahezu allen untersuchten Fällen zu einem Technologietransfer zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen, was aber an sich bei der gemeinsamen Entwicklung von Technologien oder Märkten nicht zu umgehen ist. Vielmehr war es in vielen Fällen für das übernommene deutsche Unternehmen eine echte Chance mit dem starken finanziellen Hintergrund chinesischer Investoren Arbeitsplätze und Produktionskapazitäten in Deutschland zu retten und Technologien weiter zu entwickeln sowie die Möglichkeit den asiatischen Markt für sich zu entwickeln.

Weiter zum ersten Teil des Branchenüberblicks:
Elektronik und Maschinenbau

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