Dalian Machine Tool Group: Ein international aufgestelltes Maschinenbauunternehmen

    Konsolidierung des chinesischen Maschinenbaus macht vor Traditionsunternehmen nicht Halt

    Die Dalian Machine Tool Group Corporation (DMTG) wurde 1948 unter dem Namen Dalian Machine Tool Plant gegründet. Als die chinesische Regierung 1995 bei der Konsolidierung der fragmentierten chinesischen Maschinenbaubranche die Dalian Machine Tool Plant mit anderen staatlichen Maschinenbauunternehmen verschmolz, bekam das Unternehmen seinen heutigen Namen. Das Unternehmen besteht inzwischen aus 22 Tochtergesellschaften, einigen Joint Ventures sowie zwei Unternehmen, die von der amerikanischen Ingersoll Gruppe übernommen wurden.

    Die DMTG stellt hauptsächlich Universal- und CNC-Drehmaschinen, Revolver- und CNC-Fräsmaschinen sowie komplette Bearbeitungszentren her. Neben dieser Hauptgeschäftstätigkeit werden auch Roboterwerkzeuge, Spezialmaschinen und Autoteile gefertigt.

    DMTG gilt unter europäischen Experten als gefährlicher Wettbewerber

    Die Dalian Machine Tool Group gilt bei den europäischen Maschinenbauexperten, neben der Shenyang Machine Tool Group, zu den ernstzunehmenden Maschinenbauunternehmen aus China. Gründe dafür sind vor allem die internationale Ausrichtung des Unternehmens mit Partnern in allen großen Maschinenbaunationen wie den USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Korea und Israel. Hinzu kommt, dass das Unternehmen überdurchschnittlich viel Geld in die technische und strukturelle Verbesserung der Organisation steckt. Nicht ohne Grund gehört die DMTG zu den Top 500 Unternehmen in China (2003 einziges Maschinenbauunternehmen dieser Gruppe). Zwischen 2000 und 2006 verzeichnete das Unternehmen die größten Umsätze der chinesischen Maschinenbaubranche.

    Globalisierung durch Akquisitionen

    Bei der Globalisierung des Unternehmens setzt das Management auf Akquisitionen und Joint Ventures. Wie bei vielen chinesischen Unternehmen ist es zunächst das Ziel, in den Heimatländern der übernommenen Unternehmen Unternehmensvertretungen aufzubauen, um in den Schlüsselmärkten präsent zu sein. Dazu kommt, ein Netzwerk aufzubauen, um sich so dort am Markt zu etablieren. Partnerschaften mit der deutschen Index Werke GmbH und der japanischen OKK-Corporation zielen hingegen klar auf die Verbesserung der Technologie ab. In einem zweiten Schritt, nach dem Aufbau eines Netzwerkes und der Etablierung am Markt, versucht DMTG durch gezielte Akquisitionen an Entwicklungskapazitäten im Ausland zu gelangen.

    Zusammenarbeit mit schwäbischem Traditionsunternehmen gestaltet sich schwierig

    Eines dieser Übernahmeziele war im Jahr 2004 das schwäbische Maschinenbauunternehmen F. Zimmermann GmbH. Das Unternehmen aus Denkendorf bei Stuttgart fertigt CNC-Portalfräsmaschinen für (Entwicklungs-) Produkte in der Kunststoff- und Automobilindustrie sowie im Flugzeugbau.

    Gegründet 1933 durch Friedrich Zimmermann fokussierte sich das Unternehmen bis in die Mitte der 50ziger Jahre auf Elektroinstallationen in der mechanischen Fertigung. 1956 begann das Unternehmen mit der Entwicklung von Fräs- und Schleifmaschinen und gründete in den 70ziger Jahren Vertriebsgesellschaften in den USA und Großbritannien. Zu dieser Zeit war das Unternehmen Weltmarktführer im Bereich konventioneller Modellbaumaschinen. 1988 entwickelte man die ersten CNC-Fräsmaschinen.

    Ziel des Einstiegs beim schwäbischen Maschinenbauer war es gemeinsam mit den Deutschen neue Fräsmaschinen für den chinesischen Markt zu entwickeln, die Trainingskompetenz von Zimmermann in China zu nutzen und das deutsche Unternehmen als Vertriebspunkt in Europa und den USA einzusetzen. Die Zimmermann GmbH versprach sich von dem Deal vor allem Vorteile am chinesischen Markt. Im Jahr 2004 belieferte das Unternehmen neben BMW auch die großen Flugzeugbauer wie Boing und Airbus. Und auch im chinesischen Flugzeugbau hatte Zimmermann eine gute Kundenbasis. Daher nutzte man die Möglichkeit durch neues Kapital und chinesische Kontakte dieses Geschäft weiter auszubauen. Doch es stellte sich schnell heraus, dass das chinesische Unternehmen hauptsächlich an der Technologie des deutschen Traditionsunternehmens interessiert war. Kapital war nun zwar da, aber die Kontakte kamen nicht. Im Jahr 2010, nachdem DMTG einen Prozess in Deutschland verloren hatte und nicht bezahlen wollte, war es dem Zimmermann-Management möglich, das Unternehmen wieder in deutsche Hände zu holen.

    Quellen

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