Chinesische Direktinvestitionen in Europa

Chinesische Bieter liegen bei der Vergabe von Großprojekten in der EU bis zu 30% unter dem zweitgünstigsten Angebot.
Betrachtet man die chinesischen Investitionsaktivitäten in Europa, fällt seit 2008 zunehmend die Vergabe von Großprojekten an chinesische Unternehmen auf.
So investierten Chinesen in den griechischen Hafen von Piräus, der Bau eines Autobahnabschnittes in Polen ging an das chinesische Unternehmen China Overseas Engineering Group (COVEC) – das Angebot lag 30 Prozent unter dem zweitgünstigsten Angebot – und die neue Donaubrücke in Belgrad wird vom chinesischen Bauunternehmer China Road and Bridge Corporation (CRCB), mit der Unterstützung der Bank of China, erbaut.

Ab dem Jahr 2010 kündigte die Regierung der Volksrepublik an Staatsanleihen hochverschuldeter europäischer Länder zu kaufen. Bis November 2010 hatte China bereits spanische Staatsanleihen aufgekauft und kündigte an auch portugiesische und griechische Anleihen kaufen zu wollen.
Hinzu kommen immer wieder Meldungen spektakulärer Übernahmen europäischer Unternehmen durch chinesische Investoren.

Chinesische Direktinvestitionen sind von der Regierung lange vorbereitet und unterstützt

Doch wenn man die chinesischen Investitionen – ohne Einfluss durch den Medien-Hype – genauer unter die Lupe nimmt, handelt es sich dabei weder um eine spontane Entscheidung, noch um freundliche Unterstützung oder eine PR-Show. Die Verantwortlichen für die chinesischen Direktinvestitionen im Ausland haben sich seit Jahren darauf vorbereitet in Europa zu investieren.
Vor allem das Handelsministerium in Peking spielte eine tragende Rolle bei der Vorbereitung chinesischer Unternehmen. Zwischen 2009 und 2010 ließ es beispielsweise für jedes Zielland chinesischer Investitionen, über 150 an der Zahl, eine Übersicht bezüglich des Arbeitsmarkts, der wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen sowie vieler weiterer relevanter Informationen erstellen. Für den deutschen Markt wurden hauptsächlich die Branchen Automobilindustrie, erneuerbare Energien und der Maschinenbau als besonders interessant befunden.

Währungsreserven und Euro-Kurs steigern Attraktivität in Europa zu investieren

Europa wurde vor allem durch zwei Faktoren immer attraktiver für chinesische Investoren:

I) Unterstützung der WTO zur Verringerung des Drucks aus den Yuan
Um den Druck zur Aufwertung des Yuan zu entschärfen ist China auf der Suche nach Unterstützung durch die Welthandelsorganisation WTO.

II) Die globale Krise drückt die Preise von Unternehmen und Anlageobjekten in Europa
In den Jahren der Wirtschafts- und Finanzkrise – global und in Europa – verloren viele Unternehmen in Europa an Wert und wurden so zu leichten Übernahmezielen. In der zweiten Jahreshälfte 2008 begann der Euro gegenüber dem Yuan zu fallen und blieb in der ersten Hälfte 2010 auf niedrigem Niveau. Weiter fiel der Euro dann in den ersten beiden Quartalen 2010 und noch einmal in der zweiten Jahreshälfte 2011. Seitdem befindet sich der Euro gegenüber dem Yuan auf sehr niedrigem Niveau. Zeitgleich benötigten viele europäische Markt- und Technologieführer dringend Geld.

Noch niedriger Bestand an chinesischen Direktinvestitionen in Europa

Nichtsdestotrotz spielen chinesische Direktinvestitionen in Europa bisher noch keine große volkswirtschaftliche Rolle. Im Jahr 2011 betrugen die chinesischen Direktinvestitionsbestände EUR 15 Mrd., im Vorjahr EUR 6,4 Mrd. - anteilig an allen ausländischen Direktinvestitionen sind das nur 0,149 Prozent in 2011 und 0,070 Prozent in 2010. Auch gemessen an den Bestandszahlen außereuropäischer Direktinvestitionen macht der chinesische Bestand nur einen sehr geringen Teil aus – im Jahr 2011 circa 0,395 Prozent, im Jahr zuvor in etwa 0,203 Prozent.

Vergleich Bestand Direktinvestitionen in EU vs Bestand chinesischer ADI in EU

Beeindruckendes Wachstum der chinesischen Investitionsbestände

Im Jahr 2011 verdoppelten sich die Direktinvestitionsbestände Chinas in der Europäischen Union.
Aber das Wachstum der Investitionen ist beeindruckend. Das Wachstum der Direktinvestitionsbestände aus China in der EU begann im Jahr 2004, als die Investitionsbestände um mehr als das Zweieinhalbfache in die Höhe schossen. Seit Beginn der Krise bis ins Jahr 2011 sind die Direktinvestitionen aus China noch einmal um knapp 220% gewachsen. Vor allem in den Jahren 2006 und 2011 sind jährliche Wachstumssprünge deutlich zu erkennen – 2006 verdreifachten sich die Bestände, im Jahr 2011 verdoppelten sie sich.

chinesische ADI in EU

Quellen

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