Chinas „Going Global“-Politik

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FDI steht für "Foreign Direct Investment", zu deutsch "ausländische Direktinvestition"
Mit dem zehnten Fünfjahresplan wurde die „Going Global“-Politik im Oktober 2000 zur offiziellen (Wirtschafts-) Strategie der Volksrepublik China. Chinesischen Statistiken zufolge stiegen die jährlichen chinesischen Direktinvestitionen von 2,6 Mrd. € im Jahr 2002 auf 51,4 Mrd. € im Jahr 2010.

Chinesische Direktinvestitionen flow - stock - Hochlauf - weltweit

Dieses 20-fache Wachstum verlief so rasant, dass sich die jährlichen Direktinvestitionen teilweise verdoppelten (in den Jahren 2005 und 2008).
Bis zur Einführung der „Going Global“-Politik (im chinesischen: „Zouchuqu“ – wörtlich: „Hinausgehen“) erhielt die chinesische Volksrepublik während ihrer „Inviting In“-Politik 20 Jahre lang riesige ausländische Investitionen („Yinjinlai“ – wörtlich: „Hereinbitten“). Beide Strategien dienen der Integration Chinas in die wirtschaftliche Globalisierung. Dabei bedingt die aktuelle „Going Global“-Politik der vorangegangen „Inviting In“-Politik insofern, als das die „Inviting In“-Politik es China ermöglichte die notwendigen wirtschaftlichen Ressourcen wie Kapital, Technologien und Rohstoffe zu erhalten.

Ziele der "Going Global"-Politik

Die jährlichen Auslandsinvestitionen wuchsen in acht Jahren um mehr als das 20-fache auf 51,4 Mrd. € im Jahr 2010.
Die „Going Global“-Politik verfolgt hauptsächlich die Ziele der Ausweitung der chinesischen Direktinvestitionen im Ausland, die Diversifizierung chinesischer Produkte, die Qualitätsverbesserung von Produkten und Prozessen sowie die Erschließung von Finanzierungsquellen für den nationalen Markt als auch der Produktmärkte USA und Europa.

Folgende zwei Gründe für die Ausweitung der chinesischen Direktinvestitionen im Ausland werden als die zentralsten betrachtet:

I) WTO-Beitritt ermöglicht einfachere internationale Expansion, aber erzeugt massiven Druck auf dem Heimatmarkt
Nach dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organization) im Jahr 2001 wurden Auslandsinvestitionen deutlich wichtiger. Zum einen war es nun zwar einfacher möglich für chinesische Unternehmen am internationalen Markt zu expandieren, zeitgleich erhöhte sich durch die Öffnung des chinesischen Marktes für den internationalen Wettbewerb der Druck auf den Heimatmarkt. China musste daher eigenen Unternehmen und Managern die Möglichkeit geben internationale Erfahrungen zu sammeln, um am heimischen Markt bestehen zu können und gleichzeitig neue ausländische Märkte zu betreten.

II) Wirtschaftsmächte fordern Aufwertung des Yuan
Durch die Ansammlung riesiger Devisenreserven und ständiger Exportüberschüsse geriet der Yuan weltweit immer weiter unter Druck. Daher nutzt China diese Währungsreserven für ausländische Direktinvestitionen und weist so Forderungen der großen Volkswirtschaften nach einer Aufwertung des Yuan zurück.

Staatliche Kontrolle der chinesischen Direktinvestitionen ins Ausland

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass die ausländische Direktinvestitionen Chinas nicht nur eine zentrale Bedeutung für chinesische Unternehmen haben, sondern auch eine zentrale Rolle in der nationalen Politik spielen.
Die nationale Entwicklungs- und Reformkommission (National Development and Reform Commission, NDRC) plant und steuert die chinesische Politik für Auslandsinvestitionen. Diese Kommission ist daneben für viele weitere wichtige Politikbereiche Sozial- und Wirtschaftspolitik sowie die Klimapolitik verantwortlich. Genehmigt und überwacht werden die Auslandsinvestitionen im Handelsministerium, d.h. jedes Unternehmen benötigt die Genehmigung des Ministeriums, wenn es plant eine Auslandsinvestition zu tätigen.

Status Quo der Direktinvestitionen Chinas

Das chinesische Handelsministerium veröffentlicht seit 2006 jährlich einen Bericht über die ausländischen Direktinvestitionen. Bis Ende 2010 investierten circa 13.000 chinesische Unternehmen in über 16.000 ausländische Unternehmen. Dabei belief sich der Bestand der chinesischen Direktinvestitionen im Ausland im Jahr 2010 auf 236,9 Mrd. €. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt 1,1 Mio. Mitarbeiten bei chinesischen Auslandsgesellschaften beschäftigt, davon nur 29 Prozent Chinesen.

Unter Berücksichtigung der Größe der chinesischen Volkswirtschaft sind die bisherigen Auslandsinvestitionen nicht sonderlich bedeutend. Dies wird sich jedoch sicher in den nächsten Jahren stark verändern – unabhängig davon, ob es zu einer Überflutung anderer Volkswirtschaften durch chinesischen Unternehmen und Investitionen kommen wird oder nicht.

Vergleich chinescher - amerikanischer - deutscher ADI 2010

Quellen

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