Hintergründe der chinesischen Wirtschaftspolitik

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China investiert – in der EU haben sich die chinesischen Investitionen vervielfacht.
Chinas Wirtschaftssystem vollzog durch die immense Modernisierung der letzten Jahre eine in ihrem Ausmaß kaum vergleichbare Entwicklung. Die Priorisierung des wirtschaftlichen Erfolgs hat China auch zu einer Öffnungspolitik veranlasst, die insbesondere auf die Unterstützung ausländischer Investoren setzte. Die chinesische Volkswirtschaft hat sich inzwischen maßgeblich in die Weltwirtschaft integriert und könnte schon bald zur größten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Sie ist kaum noch wegzudenken: Weder als Produktionsstandort, Zuliefer- und Absatzmarkt – und bald auch nicht mehr als Investor. China investiert – in der europäischen Union haben sich die chinesischen Investitionen in den vergangenen Jahren mitunter vervielfacht.

Andererseits hat Chinas rasanter wirtschaftlicher Aufstieg auch dazu geführt, dass die Volksrepublik zunehmend abhängig von hochentwickelten Ländern wie den EU-Staaten wurde. Das betrifft etwa die Angewiesenheit auf kaufkräftige Absatzmärkte, die nach wie vor benötigten Auslandsinvestitionen und – ganz entscheidend – die Hochtechnologie.

Wandel in Chinas Außenwirtschaftsbeziehungen?

Trotz dieser nach wie vor bestehenden Abhängigkeiten ist China auf dem Wege, sich zunehmend von dieser zu lösen. Viele europäische Volkswirtschaften sind in letzter Zeit abhängiger vom Handel mit China geworden als jemals zuvor. Außerdem wurden chinesische Investitionen vor allem in den von der Schuldenkrise betroffenen EU-Staaten sehr begrüßt. Zwar sind die EU-Staaten bis dato kaum auf chinesische Technologie angewiesen, allerdings sind chinesische Wirtschaftsunternehmen bestrebt, die Abhängigkeit von Hochtechnologien entwickelter Staaten immer stärker abzubauen. Letztendlich soll der wirtschaftliche Wandel vom Technologienachfrager hin zum Technologieanbieter vollführt werden.

Zentrale Ziele der chinesischen Investitionen in die EU

Neben einer Erweiterung des Absatzmarktes und der Errichtung von Brückenköpfen in Europa verfolgen chinesische Investitionen vor allen Dingen das Ziel, sich in Schlüsselindustrien einzukaufen bzw. entsprechende Technologien zu erwerben. Die chinesischen Investitionen in EU-Staaten lassen sich somit grundsätzlich auf zwei wesentliche Ziele zusammenfassen:

• Ausbau des Absatzmarkt und der Marktposition in Europa
• Akquirierung innovativer Technologien

Vergleicht man die Investitionsziele chinesischer Unternehmen in Europa mit denen europäischer Anleger in China werden allerdings deutliche Unterschiede offenbar. Bei den Investitionen europäischer Staaten geht es in erster Linie um die Erweiterung des Absatzmarktes. Obendrein wird ausländischen Unternehmen als Gegenleistung für den chinesischen Marktzugang ein Technologietransfer abverlangt, indem bspw. ein Joint-Venture Partner in die Produktion miteinbezogen werden muss. Chinesische Unternehmen besitzen hingegen bei ihren Investitionen in Europa den klaren Vorteil, dass sich Marktzugang und Technologietransfer gewinnbringend kombinieren lassen.

Obendrein sorgt die vergleichsweise gute Beschaffenheit der zentralstaatlichen Finanzen für erfolgsversprechende Investitionsbedingungen. Ein Staatsfonds von gut 450 Milliarden US-Dollar Devisenreserven wird derzeit gezielt dafür verwendet, chinesische Firmen bei ihren Auslandsinvestitionen zu unterstützen. Eine Subventionspolitik, die ob der genannten Investitionsvorteile auch kaum verwundern mag.

Wenngleich die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft noch weit hinter der vieler EU-Staaten wie insbesondere Deutschland zurückliegt, bietet die derzeitige (finanzielle) Lage zuvor ungeahnte Möglichkeiten den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas weiter voranzutreiben.

Bedeutung von Intangible Assets für die chinesische Wirtschaft

Der Schutz geistigen Eigentums gewinnt auch in China an Bedeutung.
Chinesische Unternehmen haben die Bedeutung von Intangible Assets zum Ausbau ihrer Wirtschaft erkannt. Nicht materielle, sondern immaterielle Wertbestände, vor allem das Know-How der Mitarbeiter und die Patentportfolios bilden heutzutage mehr als 80% des Unternehmenswertes.

Genau diese IP Assets sind es auch, welche die wesentliche Stärke deutscher und europäischer Unternehmen ausmachen und chinesische Unternehmen dazu veranlassen, verstärkt in Europa investieren. Zum Aufbau einer höheren technologischen Basis haben chinesische Unternehmen neben Investitionen in ausländische Märkte vorwiegend auch selbst erhebliche Anstrengungen unternommen. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben erhöhten sich stark und immer mehr Erfindungen wurden als Patente angemeldet. Dieser Aspekt bildet auch den Untersuchungsschwerpunkt, der in dieser Studie porträtierten Unternehmen.

Schließlich haben innovative Technologien auch eine Schlüsselrolle bei der im aktuellen Fünfjahresplan vorgeschriebenen Umstrukturierung der chinesischen Wirtschaft: Sie sollen die Wertschöpfung vorantreiben. In der Tat ist für eine Steigerung der Wertschöpfung kaum etwas besser geeignet als in eine zunehmend innovationskräftigere Wirtschaft zu investieren. Dadurch lassen sich nicht nur Wirtschaftswachstum und die Anzahl der Arbeitsplätze erhöhen, sondern auch Lohnerhöhungen umsetzen, die ein nötiges Anwachsen der Binnennachfrage bewirken und der Wirtschaft letztlich auch zu mehr Nachhaltigkeit und Eigenständigkeit verhelfen.

Rolle der chinesischen Unternehmen bei der Umstrukturierung der chinesischen Wirtschaft

Die Umstrukturierung der chinesischen Wirtschaft kann von der Regierung zwar teils angeordnet und subventioniert werden, die Umsetzung ist letztlich aber Aufgabe der chinesischen Firmen selbst. Es besteht inzwischen eine beträchtliche Anzahl chinesischer Unternehmen, die in Deutschland und Europa investiert haben oder dies zukünftig in Betracht ziehen – sie sind hierzulande allerdings zuweilen noch ziemlich unbekannt. Daher hat die Studie "China investiert" 50 solcher Unternehmen analysiert und dabei mit Bedacht den Schwerpunkt auf die Entwicklung der Investitionen und Patentanmeldungen gelget.

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