China investiert - Branchenüberblick:
Elektronikindustrie und Maschinenbauindustrie

Branchenanalyse1

Auch innerhalb der Branchenanalyse lassen sich differenzierte Ziele erkennen

Elektronikindustrie

Hauptziel ist Sicherung und Ausbau der Marktposition in Europa
In der Elektronikindustrie lässt sich zum einen eine Tendenz zur Sicherung der eigenen Marktposition auf dem Heimatmarkt als auch die Sicherung und den Ausbau der Marktposition in Europa feststellen, zum anderen eine Tendenz zu Erweiterung des eigenen Produktportfolios. Viele chinesische Elektronikunternehmen investieren in F&E-Kapazitäten wie Huawei in München, kaufen etablierte Marken und Technologie wie die Sanhua Group mit der Übernahme von Aweco oder investieren in junge, aber stark wachsende Technologien wie Hytera mit der Übernahme einer Rohde&Schwarz-Sparte.

Dieses Verhalten ist vor allem durch die lange Geschichte der Elektronikindustrie in China erklärbar. Bereits Ende der 1970er Jahre lassen ausländische Unternehmen Komponenten und Endprodukte in China fertigen oder kauften diese dort zu. Dabei wurde die anfangs geringe Qualität im Verlauf der Zeit zunehmend besser und heute produzieren chinesische Unternehmen Hightech-Produkte, die auf der ganzen Welt gefragt sind. Beispiele sind dabei Unternehmen wie Galanz, Huawei und ZTE.

Maschinenbauindustrie

Hauptziele sind der Zugang zu Technologien sowie die Sicherung der chinesischen Marktposition
In der Maschinenbaubranche sind tendenziell der Zugang zu Technologie und die Sicherung der chinesischen Marktposition und die Entwicklung des europäischen Geschäfts als Motive zu beobachten. Der Schwerpunkt hängt dabei von der betrachteten Technologie und Situation des einzelnen Unternehmens ab.

Vor allem chinesische Staatsunternehmen haben großes Interesse an Zugang zu Technologie. So erwarb die staatliche Dalian Machine Tool Group, einer der größten Werkzeugbauer der Welt mit Fokus auf Fräsmaschinen im Jahr 2004 die schwäbische F. Zimmermann GmbH. Zu dieser Zeit war das deutschen Maschinenbauunternehmen Weltmarktführer konventioneller Modellbaumaschinen und führend im Bereich CNC-Fräsmaschinen. Geplant war die gemeinsame Entwicklung von Fräsmaschinen für den chinesischen Markt. Im Gegenzug versprach man den Deutschen Zugang zum chinesischen Markt. Doch es stellte sich heraus, dass das chinesische Unternehmen nur an der deutschen Technologie interessiert war. Die Kontakte zum chinesischen Markt kamen nie zustanden.

Ein ähnliches Beispiel stellt das ebenfalls staatliche Unternehmen Harbin Measuring & Cutting Tool Group (HTMC) dar. Das Unternehmen spielte im ersten chinesischen Fünf-Jahres-Plan eine bedeutende Rolle und spezialisierte sich auf Mess- und Schneidewerkzeuge. Unter anderem um sich technologisch weiterzuentwickeln übernimmt HTMC die schwäbische Kelch GmbH - europaweit führend im Bereich Einstellgeräte und Präzisionswerkzeuge.

Verfügt das chinesische Unternehmen dagegen bereits über eine hohe Kompetenz im jeweiligen Technologieumfeld steht die strategische Entwicklung der Marktposition im Vordergrund. Beispiele hier sind die Übernahmen der drei großen Maschinenbauen XCMG, Zoomlion und der Sany Group. Ziel ist es das starke chinesische Geschäft weiterzuentwickeln und weltweit mit hoher Technologiekompetenz vertreten zu sein. Daher investierten die drei Giganten in Technologie- und Marktführer vor allem aus Deutschland. So übernahm die Sany Group den Betonpumpenhersteller Putzmeister, welcher als Technologieführer gilt, XCMG erwarb die Mehrheit am Betonpumpenhersteller Schwing aus Nordrhein-Westfalen und Zoomlion kaufte sich beim Kranhersteller JOST Cranes ein.

Dieses Verhalten ist hauptsächlich durch die Sättigung und die damit wachsende Wettbewerbssituation in China zu erklären. Die Maschinenbauindustrie hat sich in China etabliert und die Volksrepublik stieg 2008 zur größten Maschinenbaunation der Welt auf. Heute kommen einige Technologieführer aus dem Reich der Mitte. Das bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass der Druck auf chinesische Maschinenbauunternehmen wächst. Internationale, besonders deutsche, Akquisitionen sind daher eine sehr gute Möglichkeit diesem Druck zu weichen und das Unternehmen international weiterzuentwickeln.

Weiter zum zweiten Teil des Branchenüberblicks:
Mischkonzerne und regenerative Energien

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