Beijing No.1: Eines der ältesten staatlichen Maschinenbauunternehmen Chinas

    Beijing No.1 gehört zu einem der mächtigsten Staatskonglomerate Chinas

    Mit der Übernahme von Waldrich Coburg holt Beijing No.1 zum einen deutsche Spitzentechnologie nach China und kontrolliert zum anderen einen der gefährlichsten Wettbewerber.
    Beijing No.1 Machine Tool Plant wurde 1949 in Peking gegründet und ist eines der bekanntesten Maschinenbauunternehmen Chinas. Seit mehr als 60 Jahren liefert das Unternehmen Maschinenbauprodukte für alle Bereiche der chinesischen Volkswirtschaft. Dabei umfasst das Produktportfolio vor allem Fräsmaschinen, CNC-Fräsmaschinen, (Schwerlast-) Bohrmaschinen, geologische Bohrvorrichtungen, Sondermaschinenbau und Montagestraßen für die Automobilindustrie. Neben dem chinesischen Absatzmarkt vertreibt Beijing No.1 seine Produkte in mehr als 50 Ländern.

    Beijing No.1 Machine Tool Plant ist Teil der Beijing Jingcheng Machinery und Electric Holding, eines der mächtigsten Staatskonglomerate Chinas. Während der eingehenden Reform der Staatsunternehmen unterstützte Beijing No.1 die klassische verarbeitende Industrie Chinas und übernahm, wie im Entwicklungsplan aus Peking vorgegeben, das Unternehmen Beijing No.3 Machine Tool. Das Unternehmen gründete daraufhin die Beijing Beiyi Numerically Controlled Machine Tool Co. Ltd. und investierte in den Linhe Industry Park mit dem Ziel, das chinesische Zentrum für CNC-Frästechnologie in Peking zu etablieren.

    Im November 2005 übernahm Beijing No.1 das deutsche Traditionsunternehmen Waldrich Coburg GmbH & Co. KG.

    Als mittelständisches Unternehmen gehört Waldrich Coburg im Großwerkzeugmaschinenbau zu den Weltmarktführern von Präzisionsbearbeitungsmaschinen. Waldrich Coburg wurde 1920 gegründet und hat seinen Sitz in Coburg. Den Schwerpunkt legt das Unternehmen auf den Bau und Service von hochgenauen und großen Portalfräsmaschinen, mit denen beispielsweise die Gehäuse von Schiffsdieselmotoren oder Schiffspropellern bearbeitet werden.

    Als Ende 2005 die Beijing No.1 Waldrich Coburg übernahm, stabilisierte dies den deutschen Maschinenbauer massiv, nachdem ein Jahr zuvor die amerikanische Muttergesellschaft Insolvenz anmeldete. In den 5 Jahren nach der Übernahme wurden in etwa EUR 40 Mio. für neue Produktionshallen und Maschinen, Büroräume und soziale Einrichtungen investiert. Daraus resultieren die erfolgreichsten Jahre in der Firmengeschichte. Die Umsätze wurden mehr als verdoppelt und die Belegschaft wuchs von 500 auf 800 Mitarbeiter.

    In den Jahren vor der Übernahme ließ sich ein interessantes Phänomen bei der Wettbewerbssituation von Waldrich Coburg beobachten. Die einst treuen Kunden der Siegerländer, die Shanghai Machine Tool Group und Beijing No.1 setzten die aus Deutschland gekauften Maschinen ein, um beispielsweise Walzenschleifmaschinen für Stahlwerke zu bauen. Damit entwickelten sie sich durch die „indirekte Unterstützung“ des deutschen Maschinenbauunternehmens zu direkten Wettbewerbern, vor allem auf dem chinesischen Markt. Die Insolvenz der Muttergruppe von Waldrich Coburg war die Chance für Beijing No.1 zum einen den traditionsreichen Technologieführer zu übernehmen und damit Spitzentechnologie nach China zu holen, um den von Peking vorgegeben Plan zur wirtschaftlichen Entwicklung Chinas zu unterstützen. Zum anderen war es die einzigartige Möglichkeit einen der größten Wettbewerber auf dem chinesischen Markt zu kontrollieren.

    Quellen

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